Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) — KYTH.Karl Shipping Intelligence

Version: 3.8  |  Stand: 15. Oktober 2026

Hinweis: Diese AGB regeln die Nutzung der Shopify-App „KYTH.Karl — Shipping Intelligence" zwischen dem Anbieter und dem gewerblichen Nutzer. Sie werden mit der Installation und Akzeptanz im Onboarding-Prozess Vertragsbestandteil. Die Annahme wird mit Datum, Vertragsversion und Shop-Identifikation in unserer Datenbank protokolliert (Nachweis des Vertragsschlusses, Art. 6 Abs. 1 lit. b und f DSGVO).

§ 1 Geltungsbereich, Vertragspartner

  1. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für sämtliche Verträge zwischen KYTH. Systems UG (haftungsbeschränkt), Prof.-Mederer-Str. 4, 92348 Berg, Deutschland, notariell errichtet am 19.05.2026 (UR-Nr. 0674/2026, Notarin Dr. Christine Oberhofer, Altdorf b. Nürnberg), Handelsregister: Amtsgericht Nürnberg, HRB 46313, USt-IdNr. DE464126145, vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Grasse und Stephan Wittmann (nachfolgend „Anbieter") und dem jeweiligen Nutzer (nachfolgend „Kunde") über die Bereitstellung und Nutzung der Software-as-a-Service-Anwendung „KYTH.Karl — Shipping Intelligence" (nachfolgend „KARL" oder „die App").
  2. Das Angebot des Anbieters richtet sich ausschließlich an Unternehmer i. S. v. § 14 BGB. Verbraucher i. S. v. § 13 BGB sind vom Angebot ausgeschlossen. Mit Annahme dieser AGB versichert der Kunde, in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit zu handeln.
  3. Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden, die diesen AGB widersprechen oder von ihnen abweichen, finden keine Anwendung, auch wenn der Anbieter ihrer Geltung nicht ausdrücklich widerspricht. Abweichungen, Ergänzungen und Nebenabreden bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der ausdrücklichen schriftlichen Bestätigung durch den Anbieter.
  4. Der Anbieter behält sich vor, mit einzelnen Kunden im Rahmen individueller Sonder- absprachen abweichende oder ergänzende Konditionen zu vereinbaren (z.B. Pilot-Nutzung, abweichende Vergütung, individuelles Service-Level). Solche Sonderabsprachen bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der ausdrücklichen schriftlichen Bestätigung durch den Anbieter und gehen diesen AGB im Einzelfall vor.
  5. Verhältnis zu Shopify. KARL ist eine App des Anbieters, nicht von Shopify. Im Verhältnis zu Shopify gilt:
    1. Allein der Anbieter ist für KARL verantwortlich.
    2. Shopify haftet nicht für Fehler von KARL oder für Schäden, die aus der Installation oder Nutzung von KARL entstehen.
    3. Shopify leistet keine Unterstützung bei Installation oder Nutzung von KARL, soweit Shopify dies nicht ausdrücklich zusagt; Ansprechpartner für den Support ist der Anbieter („Hilfe & Support" in der App oder support@kyth.systems).
    4. Für jede Haftung, die aus dem Zugang zu KARL oder seiner Nutzung durch den Kunden entsteht, ist allein der Anbieter verantwortlich; Umfang und Grenzen dieser Haftung richten sich nach § 9.

§ 2 Vertragsschluss

  1. Die Darstellung der App im Shopify App Store stellt kein bindendes Angebot dar, sondern eine Aufforderung an den Kunden, ein Angebot abzugeben.
  2. Mit Installation der App im Shopify-Shop und Bestätigung der Zustimmungserklärung im Onboarding-Prozess (Klick-through für AGB, Datenschutzerklärung und Auftragsverarbeitungsvertrag) gibt der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Software-as-a-Service-Vertrags ab.
  3. Der Vertrag kommt mit der Bereitstellung der App-Funktionalität durch den Anbieter zustande. Die Annahme des Angebots wird durch die Aktivierung des gewählten Plans (KARL Start, KARL Pro oder KARL Enterprise) sowie ggf. zugebuchter Add-Ons und Freischaltung der Funktionen bestätigt.
  4. Der Anbieter behält sich vor, Anmeldungen ohne Angabe von Gründen abzulehnen (insbesondere bei Verdacht auf missbräuchliche Nutzung oder Verstoß gegen geltendes Recht).

§ 3 Leistungsbeschreibung

  1. KARL ist eine Multi-Carrier-Versandlösung für Shopify-Shops und stellt insbesondere folgende Funktionen bereit:
    • Label-Erstellung für die jeweils unterstützten Carrier (aktuell DHL Paket, DHL Express, FedEx, UPS, DPD, Österreichische Post, Deutsche Post Internetmarke);
    • Außengebiet-Zuschlagserkennung (EAS, ODA, RAS, Insel) gegen die hinterlegten Surcharge-Zonen der Carrier;
    • Sendungsverfolgung, Branded-Tracking-Seite und automatische Synchronisation mit Shopify-Fulfillments;
    • Retouren-Management mit Self-Service-Retourenportal;
    • Multi-Carrier-Preisvergleich und Smart Routing in drei Modi (günstigster Tarif, feste Carrier-Priorität, Checkout-Methode);
    • Carrier-Pickup-Booking;
    • Erstellung von Zoll- und Versanddokumenten (ETD, Lieferschein, Retourenschein, Proforma, Handelsrechnung (Commercial Invoice));
    • Mobile Scanner als kabelloser Barcode-Scanner;
    • Analytics, Tagesabschluss-Reports, Pick & Pack-Listen;
    • Branding für Dokumente, Tracking-Seite und transaktionale E-Mails.
    Welche dieser Funktionen dem Kunden zur Verfügung stehen, richtet sich nach dem gebuchten Plan und den zugebuchten Add-ons. Maßgeblich ist die Funktionsübersicht, die in der App bei der Plan-Auswahl angezeigt wird; nicht jede vorstehend genannte Funktion ist in jedem Plan enthalten.
  2. Die Verfügbarkeit einzelner Carrier-APIs hängt von der Konfiguration des Kunden und dessen Carrier-Verträgen ab. Der Anbieter ist nicht Versandvermittler oder Reseller — KARL ist eine reine Software-Plattform / technischer Vermittler. Die Carrier rechnen ausschließlich direkt mit dem Kunden ab (Portokasse, EKP, Account Number).
  3. Sofern der jeweilige Carrier dies unterstützt, kann der Kunde für die Abrechnung der Transportkosten ein abweichendes Rechnungskonto hinterlegen („Third-Party Billing", z. B. das Konto eines verbundenen Unternehmens). Die Vertragsbeziehung über dieses Konto besteht ausschließlich zwischen dem Kunden bzw. dem Kontoinhaber und dem Carrier; der Anbieter übermittelt lediglich die vom Kunden hinterlegten Abrechnungsdaten (Kundennummer, ggf. PLZ und Land des Kontoinhabers) an den Carrier. Einzelheiten zur Datenübermittlung regelt Abschnitt 3 der Datenschutzerklärung. Für die Richtigkeit der hinterlegten Kontodaten und die Abrechnung zwischen Kontoinhaber und Carrier ist der Kunde verantwortlich.
  4. Der Anbieter ist berechtigt, den Funktionsumfang der App zu erweitern, zu ändern oder zu reduzieren, soweit dies für den Kunden zumutbar ist. Wesentliche Reduktionen werden mit angemessener Vorlauffrist (mindestens 30 Tage) angekündigt. Bei Reduktionen, die für den Kunden unzumutbar sind, steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Änderung zu.
  5. Aufbereitung der Empfängeradresse. KARL bereitet die Empfängeradresse für den jeweiligen Carrier nach festen Regeln auf (z. B. Reihenfolge von Straße und Hausnummer, DHL Packstation/Postfiliale, Form der Eircode, Bundesstaat-Kürzel; fehlt die Telefonnummer des Empfängers, wird die Telefonnummer des Absenders übermittelt). Die Adresse in Shopify bleibt unverändert. Korrekturen an Straße, Hausnummer, Adresszusatz und Eircode sowie die Deutung als DHL Packstation oder Postfiliale zeigt die App in der Bestellansicht, beim manuellen Label und in Scan & Ship (ohne automatische Label-Erstellung) vor der Label-Erstellung an. Das Bundesstaat-Kürzel und die Telefonnummer des Absenders setzt KARL ohne gesonderte Anzeige ein; beim manuellen Label weist die App vorher darauf hin, dass die Telefonnummer des Absenders verwendet wird. Auf den übrigen Wegen (z. B. Auto-Druck, Stapel, Pick & Pack, Schnittstelle) erfolgt die Aufbereitung ohne vorherige Anzeige.

§ 4 Tarife, Vergütung und Abrechnung

  1. Die jeweils aktuellen Tarife werden in der App bei der Plan-Auswahl angezeigt. Sie verstehen sich, soweit nicht anders ausgewiesen, in Euro netto zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
  2. Die Abrechnung erfolgt über die Shopify Billing API. Abonnements verlängern sich automatisch monatlich; Jahrespläne werden mit Rabatt angeboten und verlängern sich automatisch jährlich. Für nutzungsabhängige Label-Gebühren gilt ein monatlicher Höchstbetrag (Cap), dem der Kunde bei Plan-Aktivierung zustimmt.
  3. Testphase. Auf jedem Plan wird eine Testphase in der bei der Plan-Auswahl ausgewiesenen Länge (derzeit 14 Tage) gewährt. Nach Beginn einer Testphase erhält dieselbe Shop-Domain 3 Jahre lang keine weitere, auch nicht nach Deinstallation und erneuter Installation; maßgeblich ist ein Prüfwert der Shop-Domain (§ 11 Abs. 4). Einen Gutschein kann dieselbe Shop-Domain nach der Einlösung ebenso 3 Jahre lang nicht erneut einlösen, auch nicht nach Deinstallation und erneuter Installation; eingelöst ist ein Gutschein, sobald der Kunde das Abonnement mit dem Gutschein in Shopify bestätigt hat. Wechselt der Kunde während der Testphase den Plan, läuft die verbleibende Testzeit auf dem neuen Plan weiter und beginnt nicht neu. Während der Testphase entfallen sowohl die monatliche Grundgebühr als auch die nutzungsabhängigen Label-Gebühren. Nach Ablauf der Testphase wird das Abonnement kostenpflichtig, sofern es nicht zuvor gekündigt wird.
  4. Sämtliche Beträge werden über die Shopify Billing API zur Zahlung fällig und vom Shopify-Zahlungssystem eingezogen. Bleibt eine fällige Zahlung aus, setzt Shopify das Abonnement aus. Der Anbieter hält den Zugang in diesem Fall noch sieben Tage aufrecht. Danach wird der Shop auf den Tarif KARL Start zurückgesetzt; die Erstellung von Live-Labels ist bis zum Abschluss eines neuen Abonnements gesperrt, Sandbox-Labels bleiben möglich. Weitergehende Sperrrechte des Anbieters bleiben unberührt.
  5. Im Falle eines Zahlungsverzugs ist der Anbieter berechtigt, gesetzliche Verzugszinsen in Höhe von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB) zu fordern. Die Geltendmachung weiterer Schäden bleibt vorbehalten.
  6. Preisänderungen werden mit mindestens 30 Tagen Ankündigungsfrist kommuniziert. Bestehende Abonnements werden bis zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode vom alten Preis gedeckt. Widerspricht der Kunde der Preisänderung innerhalb der Ankündigungsfrist schriftlich (E-Mail genügt), endet der Vertrag zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Preisänderung.
  7. Aufrechnungsverbot: Der Kunde kann gegen Forderungen des Anbieters nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen.

§ 5 Pflichten des Kunden

  1. Der Kunde ist insbesondere verantwortlich für:
    • die Richtigkeit der Versand- und Empfängerdaten;
    • die Einhaltung der jeweiligen Carrier-Vorschriften und Versandbedingungen;
    • die sichere Aufbewahrung und Konfiguration eigener API-Keys und Kundennummern (insbesondere BYOAK-Zugangsdaten);
    • die Einhaltung geltender Gesetze (Exportkontrolle, Zollvorschriften, Gefahrgut, Sanktionslisten);
    • die ordnungsgemäße Nutzung der App; untersagt ist Reverse Engineering, die Nutzung zu missbräuchlichen Zwecken sowie jeder automatisierte Zugriff außerhalb der vom Anbieter dafür bereitgestellten Schnittstelle (KYTH.Karl Shipping API); für deren Nutzung gelten die in der Entwickler-Dokumentation ausgewiesenen Zugangsbedingungen und Abrufgrenzen;
    • die Aktualität der bei Onboarding hinterlegten Kontaktinformationen;
    • die rechtmäßige Erhebung und Verarbeitung der über die App eingebrachten Daten (insbesondere Empfängerdaten) gegenüber den betroffenen Personen.
  2. Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus einem Verstoß des Kunden gegen die in Abs. 1 genannten Pflichten resultieren, einschließlich angemessener Kosten zur Rechtsverteidigung.

§ 5a Zoll-, Ausfuhr- und Sanktionsrecht (Verantwortlichkeit des Kunden)

Klarstellung: KARL ist eine technische Plattform, die zoll- und ausfuhrrelevante Daten aus den Systemen des Kunden (insbesondere Shopify, Produktstammdaten, Order-Daten) ausliest, strukturiert an die jeweiligen Carrier weitergibt und Dokumente (Proforma, Lieferschein, Retourenschein, als Rückfall die Handelsrechnung — siehe Abs. 6) auf Basis dieser Daten erzeugt. KARL nimmt keine zollrechtliche Klassifizierung, Bewertung, Prüfung oder Anmeldung vor.
  1. Der Kunde ist allein und uneingeschränkt verantwortlich für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher zoll-, ausfuhr- und einfuhrrelevanten Daten, die er in seinem Shop, in KARL oder in zollrelevanten Dokumenten hinterlegt oder über die App übermittelt. Dies umfasst insbesondere:
    • Warentarifnummern (HS-Codes / Zolltarifnummern / Harmonized System Codes) — 8-stellig (Kombinierte Nomenklatur, EU-Ausfuhr) bzw. 10-stellig (TARIC, Einfuhr Drittland) je nach Bestimmungsland. KARL liest die im Shop hinterlegten HS-Codes (`inventoryItem.harmonizedSystemCode`) oder im Customs-Modal manuell eingegebene Werte aus und reicht sie unverändert an den vom Kunden gewählten Carrier weiter. Eine eigene Übermittlung an Zollbehörden nimmt KARL nicht vor. Eine sachliche Prüfung der Korrektheit der Klassifizierung erfolgt nicht;
    • Warenwerte und Zollwerte — Einzelpreis, Gesamtwert, Währung, Incoterm-spezifische Werte (CIF/FOB/EXW). KARL übernimmt die Werte aus der Shopify-Order bzw. aus manuellen Überschreibungen und übermittelt sie unverändert, soweit Abs. 6 nichts anderes bestimmt;
    • Warenbeschreibungen und Ursprungsangaben — Klartext-Beschreibung in der Landessprache des Bestimmungslandes, Ursprungsland je Position, präferenzieller Ursprung im Sinne geltender Freihandelsabkommen (z.B. EU-UK TCA, EU-CH FHA, REX-Verfahren);
    • Ausfuhranmeldung (ATLAS, MRN, ABD) — bei zollpflichtigen Ausfuhren in Drittländer ab einem statistischen Wert von 1.000 EUR ist der Kunde verpflichtet, die elektronische Ausfuhranmeldung selbst oder durch einen von ihm beauftragten Zollagenten (z.B. Spediteur, Zolldeklarant, IAA-Plus, Anmelder über Drittsoftware) durchzuführen und KARL die jeweilige MRN nebst Ausfuhrbegleitdokument (ABD-PDF) bereitzustellen. KARL stellt das Eingabefeld bereit, beschafft die MRN aber nicht;
    • Empfänger- und Steuer-Identifikationsdaten — EORI-Nummer (Versender), IOSS-/OSS-IDs bei B2C-EU-Drittlandsversand, lokale Steuer-IDs des Empfängers (z.B. CPF/CNPJ Brasilien, VAT-Number UK, Tax-ID USA) sofern landesrechtlich erforderlich;
    • Incoterms-Auswahl — die Wahl zwischen DDP (Delivered Duty Paid), DAP (Delivered At Place) und DDU (Delivered Duty Unpaid) hat zoll-, steuer- und haftungsrechtliche Folgen für den Kunden. KARL setzt die vom Kunden gewählte Klausel technisch um, berät jedoch nicht zur Wahl;
    • Versandfähigkeit und Versandbeschränkungen — Einhaltung von Gefahrgut-Vorschriften (IATA/ADR), Embargobestimmungen, Dual-Use-Verordnung (EU) 2021/821 sowie der jeweiligen Carrier- Versandverbote (Restricted-/Prohibited-Items-Listen).
  2. Der Kunde versichert mit jeder einzelnen Label-Erstellung über KARL, dass die übermittelten zoll- und ausfuhrrelevanten Angaben nach bestem Wissen wahrheitsgemäß, vollständig und korrekt sind und dass das Verbringen der Sendung weder gegen Sanktions- und Embargolisten (insbesondere EU Konsolidierte Liste, OFAC SDN, BAFA-Listen) noch gegen sonstige Ausfuhr- oder Einfuhrbeschränkungen verstößt.
  3. Der Anbieter führt keinen Abgleich gegen Sanktionslisten, keine Tarifierung, keine Plausibilitätsprüfung von Warenwerten oder HS-Codes und keine Prüfung der Versandfähigkeit durch. Soweit Carrier in ihren eigenen Systemen solche Prüfungen vornehmen, geschieht dies in deren ausschließlicher Verantwortung; ein etwaiges Ergebnis dieser Prüfungen wird durch KARL lediglich durchgereicht.
  4. Sämtliche unmittelbaren und mittelbaren Folgen unrichtiger, unvollständiger oder verspäteter zoll- und ausfuhrrelevanter Angaben gehen ausschließlich zu Lasten des Kunden. Hierzu zählen insbesondere Zoll- und Einfuhrabgaben-Nachforderungen, Bußgelder, Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren, Sicherstellung/Konfiszierung der Ware, Rücksendungen, Lagerkosten, Standgelder, Reklamations- und Kulanzansprüche der Endkunden sowie Reputationsschäden. Satz 1 gilt nicht für Fehler, die bei der technischen Verarbeitung oder Übermittlung durch KARL entstehen; für sie haftet der Anbieter nach § 9.
  5. Der Kunde stellt den Anbieter im Innenverhältnis von sämtlichen behördlichen, gerichtlichen oder zivilrechtlichen Inanspruchnahmen frei, die aus einem Verstoß des Kunden gegen die in Abs. 1 bis Abs. 4 genannten Pflichten resultieren, einschließlich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung und Sachverständigengutachten.
  6. Handelsrechnung und Mindestzollwerte. Bei Sendungen in Drittländer übermittelt KARL die Zoll- und Rechnungsangaben im Namen des Kunden an den Carrier. DHL Express, FedEx und UPS erstellen daraus die Handelsrechnung (Commercial Invoice) selbst, DHL Paket und die Österreichische Post (außer bei Post Express International) die Zollinhaltserklärung (CN23). Erstellt DHL Express keine Handelsrechnung, erzeugt KARL sie als Rückfall selbst und übermittelt sie elektronisch an DHL oder stellt sie zum Ausdruck bereit. Der Kunde ermächtigt den Anbieter, durch KARL dabei folgende Angaben einzusetzen: eine Rechnungsnummer (bei FedEx die Bestellnummer, bei DHL Express und UPS eine von KARL je Sendung vergebene, eindeutige Nummer) und das Tagesdatum; als Unterzeichner den im Absender hinterlegten Namen, ersatzweise die Firma (bei FedEx das vom Kunden hinterlegte Unterschriftsbild); die hinterlegte USt-IdNr. und EORI; bei DHL Express, FedEx, UPS (bei UPS, soweit KARL eine elektronische Handelsrechnung übermittelt) und der Österreichischen Post den gewählten Grund der Ausfuhr, ohne Auswahl „Verkauf“ (bei Retouren „Rücksendung“), bei der Österreichischen Post als „Art der Sendung“, wobei „Ersatzlieferung (Garantie)“ und „Reparatur“ als „Sonstiges“ mit dem Grund auf Englisch und Deutsch als Erläuterung gehen (auf der Zollinhaltserklärung unter „Besondere Vermerke“); bei UPS den Warenempfänger zugleich als Rechnungsempfänger. Bei DHL Paket meldet KARL in der Zollinhaltserklärung stets die Art „Verkauf von Waren“, auch bei einer Retoure. Bei UPS-Sendungen über eine Zollgrenze, für die KARL an UPS keine elektronische Handelsrechnung übermittelt — vor allem aus einem Drittland in die EU, etwa bei einer Retoure aus der Schweiz —, übermittelt KARL weder Rechnungsnummer noch Grund der Ausfuhr; als Warenbeschreibung der Sendung übermittelt KARL die Beschreibungen der Warenpositionen (verbunden und auf 50 Zeichen begrenzt, die Höchstlänge bei UPS; weitere Positionen stehen auf der beizulegenden Handelsrechnung), und KARL fordert den Kunden auf, der Sendung eine Handelsrechnung beizulegen, die der Kunde selbst bereitstellt — eine „Zollrechnung" stellt KARL dafür nicht bereit. Für Positionen ohne Warenwert setzt KARL einen Zollwert von 1,00 in der Sendungswährung ein (DHL Paket, DHL Express, UPS); sind bei DHL Express alle Mengen 0, meldet KARL als Zollwert der Sendung 1,00. Bei FedEx hebt KARL jede Position, deren Wert unter dem in KARL je Währung hinterlegten Mindestwert liegt, auf diesen Mindestwert an — auch bei Sendungen innerhalb der EU, für die FedEx ebenfalls Warenangaben verlangt. Die Mindestwerte: 1,00 in EUR, CHF, USD, GBP, CAD und AUD sowie in jeder hier nicht genannten Währung; 1,50 SGD; 1,80 NZD; 4,00 AED, ILS, PLN und SAR; 5,00 BRL und MYR; 7,00 DKK; 8,00 CNY und HKD; 10,00 NOK und SEK; 18,00 MXN; 20,00 ZAR; 25,00 CZK; 35,00 TWD; 38,00 THB; 90,00 INR; 150,00 ISK und JPY; 400,00 HUF; 1.400,00 KRW. Fehlt das Gewicht einer Warenposition, setzt KARL dafür je Stück 0,1 kg (FedEx, DHL Paket, Österreichische Post) bzw. 0,001 kg (DHL Express) ein; legt der Kunde beim manuellen Label nur eine Warenposition ohne Gewicht an, übernimmt KARL dafür das Paketgewicht (bei mehreren Paketen deren Gesamtgewicht). Bei DHL Express übermittelt KARL je Warenposition als Bruttogewicht das Nettogewicht zuzüglich 10 %. Das Paketgewicht übermittelt KARL gerundet (FedEx und UPS auf 0,1 kg, DHL Paket, DHL Express, DPD und Österreichische Post auf 0,01 kg) und mindestens mit 0,5 kg (FedEx; bei einer FedEx-Sendung mit mehreren Paketen je Paket 0,1 kg), 0,1 kg (UPS) bzw. 0,01 kg (DHL Paket, DHL Express, DPD); fehlt es bei der Österreichischen Post, übermittelt KARL 1,0 kg. Bei FedEx übermittelt KARL je Warenposition mindestens 0,1 kg; übersteigt die Summe der Positionsgewichte das an FedEx übermittelte Paketgewicht, verringert KARL sie anteilig, bis ihre Summe diesem Paketgewicht entspricht. Bei Sendungen ohne Zollgrenze (etwa im Inland oder innerhalb der EU), für die ein Carrier dennoch Warenangaben verlangt, übermittelt KARL die vorhandenen Warenangaben und ergänzt fehlende durch allgemeine Angaben, insbesondere: bei FedEx je Warenposition deren Bezeichnung (fehlt sie: „Goods"), als Ursprung das hinterlegte Ursprungsland, sonst das Land des Absenders, und als Gewicht das Artikelgewicht, ohne Warenposition eine Sammelposition mit „Order" und der Bestellnummer als Bezeichnung, der Beschreibung „General merchandise, commercial shipment, mixed consumer goods", dem Gesamtbetrag der Bestellung (mindestens dem Mindestwert) als Wert, dem Land des Absenders als Ursprung und dem Paketgewicht; bei UPS als Warenbeschreibung der Sendung „goods"; bei der Österreichischen Post je Warenposition „Goods" als Bezeichnung und „AT" als Ursprung, wo diese Angaben fehlen; beim manuellen Label ohne Warenposition eine Position „Goods" mit dem Paketgewicht. Bei zollpflichtigen Sendungen setzt KARL keinen HS-Code, keine Warenbeschreibung und kein Ursprungsland ersatzweise ein; fehlen einer Warenposition HS-Code, Ursprungsland oder Warenbeschreibung — auch bei einer Retoure — oder sind ihr Warenwert oder ihre Währung gar nicht angegeben, erstellt KARL kein Label. Geht eine Sendung — ausgenommen eine Retoure — in ein Land oder Gebiet außerhalb des Zollgebiets der EU, erstellt KARL außerdem kein Label, solange eine Warenposition kein Gewicht oder einen Warenwert von 0 hat; das gilt in der App ebenso wie bei automatischer Erstellung (Auto-Druck, Stapel, Pick & Pack, Schnittstelle). Der Kunde prüft die Handelsrechnung, soweit KARL sie bereitstellt (in KARL als „Zollrechnung" abrufbar), und legt der Sendung eine Handelsrechnung bei, wenn KARL dazu auffordert. Die Aufforderung zeigt KARL beim Label, bei einer Retoure, die der Endkunde über das Retourenportal erstellt, an der Retoure auf der Seite „Retouren" in KARL. Die Handelsrechnung dient Zollzwecken und ist keine Rechnung im umsatzsteuerlichen Sinne.

§ 6 Datenschutz und Auftragsverarbeitung

  1. Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten der Endkunden des Kunden im Auftrag des Kunden (Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO). Die Pflichten und Rechte beider Parteien sind im Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geregelt, der mit Annahme dieser AGB gleichzeitig wirksam wird und Vertragsbestandteil ist.
  2. Die zugehörigen technisch-organisatorischen Maßnahmen (TOMs) gemäß Art. 32 DSGVO sind unter karl.kyth.systems/toms einsehbar und Bestandteil des AVV.
  3. Die Datenschutzerklärung des Anbieters ist unter karl.kyth.systems/privacy abrufbar.
  4. Der Kunde verpflichtet sich, alle ihm im Rahmen der Nutzung der App bekannt werdenden nicht-öffentlichen Informationen (insbesondere technische Verfahren, Sicherheitsmaßnahmen und Geschäftsgeheimnisse) vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben.

§ 7 Verfügbarkeit, Service Level

  1. Der Anbieter bemüht sich um eine durchgängige Verfügbarkeit der App.
  2. Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit mindestens 24 Stunden im Voraus angekündigt und vorzugsweise außerhalb deutscher Geschäftszeiten durchgeführt. Sicherheits- und Notfallwartungen (insbesondere zur Behebung sicherheits- relevanter Schwachstellen, CVE-Patches, kritischer Bugs oder zur Abwehr akuter Angriffe) können ohne vorherige Ankündigung und außerhalb der vorgenannten Zeitfenster durchgeführt werden. Der Anbieter informiert in diesem Fall nach Abschluss der Maßnahme im Admin-Bereich der App und/oder per E-Mail an die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Es besteht kein Anspruch auf ununterbrochene Verfügbarkeit. Aus Unterbrechungen der Verfügbarkeit ergeben sich keine pauschalen Vertragsstrafen; ob der Anbieter für Schäden haftet, richtet sich nach § 9.
  4. Mitwirkungspflicht des Kunden bei Störungen. Erkennt der Kunde eine Störung oder einen Ausfall der App, ist er gehalten, diese unverzüglich an den Anbieter zu melden (Support-Kanal gemäß Datenschutzerklärung). Während eines Ausfalls obliegt es dem Kunden, betriebskritische Versandvorgänge im Rahmen seiner Möglichkeiten alternativ abzuwickeln (z.B. direkt über die Web-Portale der Carrier, manuelles Labeln). Der Anbieter ist nicht zur Bereitstellung eines Notfall-Workarounds verpflichtet; soweit ein solcher bereitgestellt wird, geschieht dies kulanzhalber und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.
  5. Lokale Komponenten beim Kunden. Soweit zum Betrieb der App lokale Komponenten beim Kunden erforderlich sind (insbesondere der KARL Print-Companion / Print- Service als Windows-Binärdatei zur Anbindung von Thermo- und Dokumenten-Druckern), liegt deren Betrieb, Aktualisierung und Verfügbarkeit in der Verantwortung des Kunden. Der Anbieter stellt die Software, Update-Mechanismen und Dokumentation bereit; Ausfälle der lokalen Komponente, deren Betriebssysteme, Treiber, Druckerhardware, Internet-Anbindung oder Stromversorgung beim Kunden gelten nicht als Ausfälle der App im Sinne dieses Vertrags.

§ 8 Gewährleistung

  1. Der Anbieter gewährleistet die Beschaffenheit der App entsprechend der jeweils aktuellen Leistungsbeschreibung. Eine darüber hinausgehende Gewährleistung wird nicht übernommen, insbesondere keine Eignung für einen bestimmten Zweck oder Garantie für eine bestimmte Leistung.
  2. Bei Mängeln hat der Anbieter zunächst das Recht zur Nachbesserung. Schlägt die Nachbesserung trotz angemessener Fristsetzung des Kunden zweimal fehl, kann der Kunde das Vertragsverhältnis außerordentlich kündigen oder die Vergütung angemessen mindern.
  3. Die Gewährleistung umfasst nicht Mängel, die auf einer nicht bestimmungsgemäßen Nutzung durch den Kunden, Veränderungen der App durch den Kunden oder Dritte oder fehlerhafte Eingaben des Kunden beruhen.

§ 9 Haftung

  1. Der Anbieter haftet uneingeschränkt für Schäden aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, bei arglistigem Verschweigen eines Mangels, im Umfang einer vom Anbieter übernommenen Garantie sowie für Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz und nach Art. 82 DSGVO.
  2. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur für die Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht — einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf —, und dann nur für den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.
  3. Im Übrigen ist die Haftung des Anbieters ausgeschlossen; Abs. 1 und 2 bleiben unberührt. Dies gilt insbesondere für:
    • Störungen, Ausfälle, Fehlfunktionen oder geänderte Schnittstellen der Carrier-APIs (DHL Paket, DHL Express, FedEx, UPS, DPD, Österreichische Post, Deutsche Post Internetmarke und ggf. künftig angebundener Carrier);
    • verspätete, fehlgeschlagene, unzustellbare oder beschädigte Zustellungen durch die Carrier sowie Verlust von Sendungen auf dem Transportweg;
    • fehlerhafte, abweichende oder nachträglich erhobene Tarife, Zuschläge, Treibstoff- oder Außengebiet-Surcharges seitens der Carrier; insbesondere stellen die in der App angezeigten Tarifvergleiche, Routing-Empfehlungen und Außengebiet-Zuschlagshinweise unverbindliche Schätzungen auf Basis der dem Anbieter zum Abrufzeitpunkt zur Verfügung stehenden Carrier-Daten dar. Maßgeblich für die tatsächliche Abrechnung ist ausschließlich die Rechnung des jeweiligen Carriers; Abweichungen zwischen Schätzung und Carrier-Rechnung begründen keine Ansprüche gegen den Anbieter;
    • Störungen, Ausfälle oder Änderungen der Shopify-Plattform (Shopify-Admin, Shopify Billing API, Shopify GraphQL Admin API, Webhooks, App Bridge, OAuth-Token-Invalidierung, Scope-Änderungen seitens Shopify, Sperrung des Shops durch Shopify);
    • Störungen oder Ausfälle sonstiger eingebundener Drittanbieter-Dienste, insbesondere Geocoding-/Adressvalidierungsdienste (Geoapify), E-Mail-Versandprovider (INWX SMTP) und administrative Benachrichtigungsdienste (Telegram);
    • zoll-, ausfuhr- oder einfuhrrechtliche Konsequenzen aus den vom Kunden gemäß § 5a übermittelten Daten — insbesondere Zoll- und Einfuhrabgaben-Nachforderungen, Bußgelder, Sicherstellung oder Konfiszierung der Sendung, Standgelder, Lagerkosten, Rücksendungen sowie Verzögerungen aus Zollprüfungen;
    • Folgen aus vom Kunden stammenden unrichtigen, unvollständigen oder unterlassenen HS-Codes, Warenwerten, Ursprungsangaben oder Ausfuhranmeldungen (MRN/ABD) sowie aus Sanktions-/Embargo-Verstößen des Kunden;
    • Ausfälle, Fehlfunktionen oder Inkompatibilitäten der lokalen Komponenten beim Kunden (insbesondere KARL Print-Companion, Betriebssystem, Druckertreiber, Druckerhardware, USB-/HID-Scanner, Web-USB-/Web-Serial-Geräte, lokales Netzwerk, Internet-Anbindung) sowie Folgen einer fehlerhaften Inbetriebnahme oder Konfiguration dieser Komponenten durch den Kunden;
    • Datenverlust durch höhere Gewalt oder Fremdverschulden, soweit der Anbieter die zumutbaren Backup-Maßnahmen nach den TOMs eingehalten hat;
    • außerhalb der Fälle der Abs. 1 und 2 indirekte Schäden, entgangenen Gewinn, ausgebliebene Umsätze, Reputationsschäden, Vertragsstrafen Dritter oder sonstige Folgeschäden, die dem Kunden oder seinen Endkunden aus Ausfällen der App, der Carrier-APIs, der Shopify-Plattform oder sonstiger Drittanbieter-Dienste entstehen.
  4. Soweit die Haftung des Anbieters ausgeschlossen oder beschränkt ist, gilt dies auch für die persönliche Haftung der Mitarbeiter, Vertreter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.

§ 10 Höhere Gewalt

  1. Im Falle höherer Gewalt sind die Parteien für die Dauer der Auswirkungen und im Umfang der Auswirkungen von ihren vertraglichen Pflichten befreit. Höhere Gewalt umfasst insbesondere Naturkatastrophen, Krieg, Terrorismus, Pandemien, behördliche Anordnungen, schwerwiegende Internetausfälle bei Internet-Backbone-Providern und Cyber-Angriffe gegen Infrastruktur Dritter, die der Anbieter nicht zu vertreten hat.
  2. Dauert ein Fall höherer Gewalt länger als 30 zusammenhängende Tage, sind beide Parteien zur außerordentlichen Kündigung berechtigt.

§ 11 Laufzeit und Kündigung

  1. Der Vertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen und verlängert sich nach Ablauf der gewählten Plan-Periode (monatlich oder jährlich) automatisch um eine weitere Periode, sofern er nicht zuvor gekündigt wird.
  2. Eine ordentliche Kündigung ist jederzeit zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode möglich. Die Kündigung kann direkt im Shopify-Admin (Einstellungen → Abrechnung → KARL) oder durch Deinstallation der App erfolgen.
  3. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund (§ 314 BGB) bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei:
    • nachhaltiger Nichterfüllung wesentlicher Vertragspflichten durch eine Partei nach erfolgloser angemessener Fristsetzung;
    • Insolvenz einer Vertragspartei;
    • nachhaltigen, vom Anbieter zu vertretenden Verfügbarkeitsausfällen;
    • Verstoß gegen Datenschutzpflichten, der trotz Abmahnung nicht behoben wird.
  4. Bei Vertragsende werden alle personenbezogenen Daten des Kunden gemäß AVV § 10 gelöscht, ausgenommen der Prüfwert nach Satz 4 und der Protokolleintrag nach AVV § 10 Abs. 4. Backups laufen anschließend über die rollierende Retention aus: die stündlichen verschlüsselten Datenbank-Abzüge werden 30 Tage nach ihrer Erstellung gelöscht; von den täglichen Basis-Backups werden die letzten 35 aufbewahrt (in der Praxis rund 35 Tage). Eine frühere Löschung ist technisch ausgeschlossen, weil der Objektspeicher mit einer 30-tägigen Objektsperre (WORM, Modus COMPLIANCE) konfiguriert ist; Einzelheiten in der Datenschutzerklärung, Abschnitt 8.4. Einen nicht umkehrbaren Prüfwert der Shop-Domain (bei einem eingelösten Gutschein aus Shop-Domain und Gutscheincode), mit dem der Anbieter verhindert, dass die Testphase (§ 4 Abs. 3) oder derselbe Gutschein mehrfach genutzt wird, löscht der Anbieter 3 Jahre nach der Vergabe bzw. Einlösung (Datenschutzerklärung, Abschnitte 3 und 13).

§ 12 Änderungen der AGB

  1. Der Anbieter behält sich vor, diese AGB zu ändern oder zu ergänzen. Wesentliche Änderungen werden dem Kunden mit angemessener Frist (mindestens 30 Tage) per E-Mail an die hinterlegte Kontaktadresse und/oder durch Hinweis im Admin-Bereich der App angekündigt.
  2. Widerspricht der Kunde den Änderungen nicht innerhalb von 30 Tagen ab Zugang der Änderungsmitteilung in Textform (E-Mail genügt), gelten die geänderten AGB als genehmigt. Auf diese Folgen wird in der Änderungsmitteilung gesondert hingewiesen.
  3. Im Falle eines fristgerechten Widerspruchs ist jede Partei berechtigt, das Vertragsverhältnis zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Änderung zu kündigen. Ohne Kündigung gilt der Vertrag zu den unveränderten Bedingungen fort.

§ 13 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Vertragsschluss unwirksam oder undurchführbar werden, so wird dadurch die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkungen der wirtschaftlichen Zielsetzung am nächsten kommen, die die Vertragsparteien mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung verfolgt haben. Entsprechendes gilt für eine etwaige Vertragslücke.

§ 14 Anwendbares Recht, Gerichtsstand, Vertragssprache

  1. Auf das Vertragsverhältnis findet ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) und kollisionsrechtlicher Vorschriften Anwendung.
  2. Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist Nürnberg, Deutschland, soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist oder seinen Sitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland hat. Der Anbieter ist berechtigt, den Kunden auch an dessen allgemeinem Gerichtsstand zu verklagen.
  3. Erfüllungsort für sämtliche vertraglichen Leistungen ist der Sitz des Anbieters in 92348 Berg, Deutschland.
  4. Vertragssprache ist Deutsch. Übersetzungen dienen ausschließlich der Verständlichkeit; im Falle von Widersprüchen oder Auslegungsfragen ist die deutsche Fassung maßgeblich.